Übersetzung und Lokalisierung – wo ist der Unterschied?

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Was ist der Unterschied zwischen Übersetzung und Lokalisierung?

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen globale Märkte erschließen möchten, werden Sie immer wieder auf die Schlagworte „Übersetzung“ und „Lokalisierung“ stoßen. Obwohl beide Begriffe häufig als Synonyme verwendet werden, bezeichnen sie jedoch zwei unterschiedliche Prozesse.

Übersetzung ist der Vorgang, bei dem die Ausgangsversion von Software, Dokumentationen, Websites oder digitalen Inhalten in eine zielsprachige Version gebracht wird, indem die Wörter von einer Sprache in die andere übertragen werden. In den seltensten Fällen ist es mit einem reinen Wort-für-Wort-Austausch getan. Durch eine wortwörtliche Übersetzung entsteht meist nur einer der vielen unfreiwillig komischen, peinlichen oder vielleicht sogar anstößigen Texte, die so häufig im Internet oder auch in Produktdokumentationen zu finden sind.

Übersetzung vs. Lokalisierung

Hier nur einige Beispiele:

Warnschild an einer Wasserrutsche in Kroatien:
Sie schieben unten an Ihrer eigenen Gefahr.

Auf der Website eines italienischen Hotels:
Doppelzimmer mit malerischer Ansicht über den Jachthafen. Verwendbar für untaugliche Gäste.

Lokalisierung (auch „Lokalisation“, abgekürzt „L10n“) ist die Übersetzung UND Anpassung von Inhalten an den jeweiligen Zielmarkt. Dazu gehört unter anderem das Übertragen von Wörtern aus der Ausgangssprache in die Zielsprache, aber auch die Analyse des Zieltextes. Damit soll einerseits sichergestellt werden, dass die Aussagen des Ausgangstextes korrekt übertragen wurden. Andererseits wird so gewährleistet, dass ein Produkt in einer anderen Kultur (auf die Funktion bezogen und linguistisch betrachtet) „funktioniert“. Wichtig ist dabei das Wissen, dass sich der Zielmarkt grundlegend von dem Markt unterscheiden kann, für den das Produkt ursprünglich entwickelt wurde.

Bei der Lokalisierung führt der Übersetzer (auch „Linguist“ oder „Lokalisierungsexperte“) folgende Schritte durch:

  • Er adaptiert die Sprache, indem er anstatt einer wörtlichen Übersetzung ein geeignetes sprachliches Äquivalent sucht.
  • Er passt die Farbgebung und das Layout des Zieltextes an die Gepflogenheiten des Zielmarkts an.
  • Er ändert das Format von Telefonnummern.
  • Er passt Uhrzeit- und Datumsformate sowie Maßeinheiten an, so dass sie dem jeweiligen System der Zielkultur entsprechen.
  • Er analysiert und ändert ggf. Symbole und Grafiken, die ansonsten in der Zielkultur keinen Sinn ergeben.

Das Endergebnis der Lokalisierung ist ein Produkt, das:

  • den geschäftlichen Gepflogenheiten und den kulturellen Gegebenheiten der Zielkultur entspricht,
  • den Eindruck erweckt, eigens für den kulturellen und linguistischen Hintergrund des Endbenutzers entwickelt worden zu sein,
    die ursprünglich beabsichtigte Bedeutung vermittelt.

Wenn übersetzte Texte nicht die Anforderungen der lokalen Kultur erfüllen, wurden sie nicht richtig lokalisiert. Dies ist keine leichte Aufgabe.

Dieser Artikel wurde ursprünglich im Lionbridge Deutschland Blog veröffentlicht.

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