Das Einmaleins erfolgreicher Telearbeit

Am 30. September war Internationaler Übersetzertag. Ein wichtiger Tag für Lionbridge. Denn auf der ganzen Welt arbeiten wir mit zahllosen Sprachtalenten zusammen – Linguisten, die unsere Leidenschaft für die Sprache teilen; die unseren Kunden helfen, Barrieren zu beseitigen; und die für unsere Kunden weltweit Brücken zu Menschen und Geschäftsmöglichkeiten bauen.

Wir wissen, was wir an unseren Übersetzern haben. Dass sie für uns arbeiten, macht uns sehr stolz. Vielen Dank, liebe Übersetzer!

Viele unserer Übersetzer sind Freelancer und arbeiten von zu Hause aus. Telearbeit ist abwechslungsreich und hat viele Vorteile:

  • Man ist unabhängig.
  • Man teilt sich seine Zeit selbst ein.
  • Man kann überall arbeiten.
  • Man wird nicht ständig gestört.
  • Man muss nicht pendeln.

Kein Wunder also, dass zwei von drei Arbeitnehmern weltweit mindestens einmal pro Woche nicht im Firmenbüro arbeiten.

Auch für Arbeitgeber birgt Telearbeit Vorteile. Laut diesem Artikel auf inc.com trägt Telearbeit zu „Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen“ bei. Persönlich wie finanziell lohne sie sich. Die Empfehlung des Autors: dass mehr Arbeitgeber auf Telearbeit setzen.

Angesichts der allseitigen Begeisterung für Telearbeit könnte man meinen, Telearbeit sei ein Kinderspiel. Doch ist sie das wirklich? Klar, habe auch ich gesagt. Und mich vor drei Jahren selbstständig gemacht.

Rasch wurde mir aber klar: Ich bin das Unternehmen. Ich muss mich um die Kundenaufträge kümmern, das Projektmanagement, die Buchhaltung, die Geschäftsentwicklung. Wer in diesen Bereichen – und erst noch ohne Anleitung – erfolgreich sein will, muss unternehmerisch denken und handeln.
Sie beginnen zu zweifeln? Fragen sich: Was wird von mir erwartet? Tauge ich überhaupt zum Telearbeiter?

Keine Sorge! Die nachfolgenden Antworten aus dem Team der Freelance-Übersetzer von Lionbridge schaffen Klarheit.

Folgende sechs Bereiche müssen Sie unbedingt beherrschen:

1. Haushalten Sie mit Ihrer Zeit

Für meine Telearbeitskollegen und mich gibt es nichts Wichtigeres – man muss seine Zeit effizient nutzen. Nie vergesse ich den Ratschlag einer Übersetzerin von Lionbridge: „Dein Zeitmanagement hast du erst im Griff, wenn du weißt, wie wertvoll Zeit ist.“

Das zu wissen und Zeit effizient zu nutzen, heißt, auch mal Nein zu sagen. Man erweist seinem Kunden und sich selbst einen Bärendienst, wenn man die falschen Aufträge annimmt. Sprich: Lehnen Sie Aufträge ab, die Sie nicht interessieren oder für die Sie nicht qualifiziert sind.

Fehlt Ihnen das nötige Fachwissen oder die Motivation, verlieren Sie viel zu viel Zeit in der Vorbereitung. Oder noch schlimmer: Sie schieben das Projekt auf die lange Bank. Das wiederum setzt Sie unter Druck. Und folglich erbringen Sie nicht die gewünschte Leistung oder reiben sich auf. Selbst wenn Sie für die Aufträge qualifiziert sind, riskieren Sie ein Burnout, wenn Sie sich übernehmen, so Nohad Cattan, ein Lionbridge-Übersetzer aus dem Mittleren Osten. Wer zu viele Aufträge annimmt, wird unproduktiv.

Lionbridge setzt auf freiberufliche Übersetzer, die von Natur aus gut organisiert sind. Die wissen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, wann es gilt, einen Auftrag abzulehnen. Bei meinem Wechsel von der internen zur externen Übersetzerin habe ich eines gelernt: wie ich meine Arbeit meinem Lebensstil anpasse. Für viele betriebsinterne Arbeitnehmer gilt genau das Gegenteil – sie müssen ihren Lebensstil ihrer Arbeit anpassen.

2. Üben Sie sich in Selbstdisziplin

Als Telearbeiter müssen Sie sich Ihren Tag selbst einteilen. Die Planung liegt einzig und allein bei Ihnen. Das erfordert Selbstdisziplin. Hier ein paar Tipps dazu:

  • Vermeiden Sie Ablenkungen.

„Telearbeit ist großartig – solange Sie ein verantwortungsbewusster Mensch sind, der zu Hause arbeiten kann, ohne sich ablenken zu lassen“, meint Nohad Cattan. Aber wohin Sie auch schauen – in Ihrem Homeoffice wimmelt es nur so von Ablenkungen: Wer hält Sie von einem Filmmarathon auf Netflix ab? Oder von den sozialen Medien? Die Antwort lautet: Sie.

  • Schulen Sie sich selbst.

Schwierige Momente kommen bestimmt. Ihre Arbeit verlangt manchmal neue Fertigkeiten. Oder die Fähigkeit, ungewohnte Probleme zu lösen. Sie müssen die richtigen Fragen stellen, nachforschen. Nur so erfüllen Sie die Erwartungen Ihrer Kunden.

  • Termintreue muss Ihr oberstes Gebot sein.

Kein Kommentar. Das versteht sich von selbst.

Meine Telearbeitskollegen und ich sind uns einig: Selbstdisziplin lernt man im Rollenspiel. Tun Sie so, als ob Sie von Leuten umgeben wären, vor denen Sie Rechenschaft ablegen müssen. Ziehen Sie sich an, als ob Sie ins Büro gingen. Befolgen Sie strikte, aber vernünftige Arbeitszeiten. Und stellen Sie eigene Regeln auf, das heißt, beantworten Sie beispielsweise E-Mails innerhalb von 24 Stunden, nicht aber nach Feierabend.

Am wichtigsten ist vielleicht folgender Punkt: „Achten Sie auf Ihre Gesundheit und legen Sie immer wieder Pausen ein“, empfiehlt Yavuz Gonen, Übersetzer in der Türkei.

Fällt es Ihnen leicht, Prioritäten zu setzen und Aufgaben zu planen? Fristen festzulegen und einzuhalten? Und Ablenkungen auszuschalten? Dann sind Sie schon ein gutes Stück weiter. Denn: Um Selbstdisziplin kommt kein Telearbeiter herum.

3. Unabhängigkeit

Den Großteil ihres Arbeitstages verbringen Freelancer alleine. Für introvertierte Menschen wie mich, die gerne allein sind (oder die Gesellschaft von Katzen mögen), ist das kein Problem. Extrovertierten Menschen dagegen kann das Alleinsein Angst machen und so zu einem Knackpunkt werden. Doch keine Sorge – dem muss nicht so sein.

Im Gegensatz zur Arbeit im betriebsinternen Büro haben Sie dank Telearbeit nämlich mehr Zeit und Flexibilität zur Pflege Ihrer Kontakte. Sie können (und sollten) diese Möglichkeit nutzen:

  • um während Arbeitsflauten Zeit mit Angehörigen und Freunden zu verbringen;
  • um im öffentlichen Raum (Bibliotheken, Kaffeehäuser usw.) zu arbeiten;
  • um Gemeinschaftsbüros mit anderen Freelancern zu mieten und von ihnen zu lernen;
  • um sich bei Konferenzen und anderen Veranstaltungen zu vernetzen;
  • um persönlich, online oder telefonisch an Sitzungen teilzunehmen.

Alle introvertierten Kollegen schlagen nun die Hände über dem Kopf zusammen. Auch ich glaubte, Konferenzen und Tagungen würden mir als Freiberufler erspart bleiben. Doch genau dort lernt man seine Kunden und deren Unternehmen kennen und schätzen. Debora Valsecchi, Übersetzerin in Italien, kann das nur bestätigen. „Schon nur mit jemandem im selben Raum zu sein, kann helfen, dessen Bedürfnisse besser zu verstehen“, sagt sie.

4. Zuverlässigkeit

„Zuverlässigkeit“ ist mehr als Kompetenz und Termintreue. Erst wenn Sie fortlaufend gute Qualität liefern, gelten Sie bei Ihren Kunden als zuverlässig.
Beispiel: Kunden erwarten hochwertige, einheitliche Übersetzungen ihrer Inhalte. Für den freischaffenden Übersetzer heißt das: Er muss Vertrauen in seine Fähigkeiten erwecken und beweisen, dass er konstant erstklassige Arbeit liefert.

Wie aber vermittelt man dieses Vertrauen? Ganz einfach: durch solide Kommunikation. Im Kontakt mit Ihren Kunden müssen Sie sich sowohl engagiert als auch proaktiv zeigen. Sie müssen mehr als nur rechtzeitig auf E-Mails antworten. Suchen Sie das Gespräch, indem Sie:

  • die Projektbeteiligten unaufgefordert über den Stand Ihrer Arbeiten informieren;
  • selbst Feedback einholen;
  • dem Kunden weitere Unterstützung anbieten, sobald Sie freie Kapazitäten haben.

Einige Übersetzer erwähnen auch, wie wichtig eine stabile Internetverbindung sei. Unsere Übersetzer sagen, das Internet sei für sie das Hilfsmittel schlechthin. Das mag selbstverständlich scheinen, doch Erreichbarkeit ist nun einmal entscheidend. Kaum überraschend also, dass Erreichbarkeit auch von den Unternehmen als unerlässlich eingestuft wird.

5. Flexibilität

Damals, als sich die Telearbeit noch nicht durchgesetzt hatte, stellte Bill Gates eine Theorie zum zunehmend umkämpften Arbeitsmarkt auf. Er sagte voraus, dass talentierte Mitarbeiter zur Mangelware werden würden und die Zukunft jenen Unternehmen gehöre, die ihren Mitarbeitern zusätzliche Flexibilität böten.

Er sollte recht behalten. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Telearbeiter mehr als verdoppelt. Am erfolgreichsten sind Unternehmen, die ihre Mitarbeiter selbst entscheiden lassen, wo sie arbeiten wollen. Doch Flexibilität bedeutet Chance und Herausforderung zugleich.

Als Freelancer müssen Sie sich nach Ihren Kunden richten, etwa um eine knappe Deadline einzuhalten oder in letzter Minute Änderungen anzubringen. Ein guter Freelancer deckt solche Eventualitäten ab.

„Für die Erfüllung der Kundenanforderungen kann das entscheidend sein“, so Lisa SkovJensen, Leiterin der Übersetzungsabteilung von Lionbridge. Sie fügt hinzu: „Wer als hilfsbereit, flexibel und zuverlässig gilt, ist anderen eine Nasenlänge voraus.“

6. Freude an der eigenen Arbeit

Viele Menschen entscheiden sich für Telearbeit, weil sie glauben, ihre Arbeit würde dadurch einfacher und spannender. Das ist ein Trugschluss. Egal, wo Sie arbeiten, Ihre Arbeit bleibt dieselbe. Sie hassen Ihre Arbeit im Büro? Dann wird das wahrscheinlich auch zu Hause der Fall sein.

Wenn Sie sich aber nur an der Logistik Ihrer Arbeit stören, dann könnte Telearbeit durchaus für Sie passen. Was für meine Telearbeitskollegen und mich gegen die Arbeit im Büro sprach, war das Pendeln. (Sinnigerweise verband ich mit Telearbeit auch die Freiheit, mehr als vorher reisen zu können.) Was auch immer Ihr Grund sein mag: Entscheidend ist, dass Sie gerne arbeiten – dann können Sie es mit größter Wahrscheinlichkeit auch von zu Hause aus.
„Die Freude an der eigenen Arbeit kann sehr positiv sein“, meint Angelika, Übersetzerin in Irland. Für sie ist die Zufriedenheit im Job die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Freelancer.

Ob Sie Telearbeit mögen oder nicht, wissen Sie natürlich erst, wenn Sie damit begonnen haben. Anlaufschwierigkeiten sind keine Seltenheit. Geben Sie sich daher etwas Zeit. Wenn Sie Ihre Arbeit aber lieben, sind Sie auf dem richtigen Weg.

„Auch Telearbeiter müssen zuerst den Tritt finden“, gibt Yavuz Gonen allen auf den Weg, die sich für Telearbeit interessieren. „Wer Selbstdisziplin, Geduld und Willen mitbringt, hat gute Erfolgschancen. Bei Lionbridge als Telearbeiter einzusteigen, kann ein guter erster Schritt sein.“

Ist Telearbeit das Richtige für Sie?

Die Entscheidung für oder gegen Telearbeit muss reiflich überlegt sein. Bevor meine Kollegen und ich uns als Freelance-Übersetzer bewarben, nahmen wir uns viel Zeit. Wir evaluierten unsere Fähigkeiten und Stärken, unsere Qualifikationen und unsere Erfahrung.

Doch glauben Sie uns: Die Vorarbeit zahlt sich aus.

Lionbridge fördert Telearbeit seit Langem. Jüngst wurde Lionbridge von FlexJobs als ein führendes Unternehmen bei der Rekrutierung von Teilzeit- und Telearbeitern ausgezeichnet. Möchten Sie Teil unseres Teams werden? Dann schauen Sie sich unsere Stellenangebote an.