Plain Language Summaries: Sieben Regeln für eine wirkungsvolle Kommunikation

Die To-do-Liste für Sponsoren klinischer Studien wird immer länger. In einer neuen Verordnung über klinische Prüfungen (EU Nr. 536/2014) verlangt die EU künftig von den Sponsoren klinischer Studien, dass sie die Ergebnisse ihrer Studien in einer für Laien verständlichen Sprache zusammenfassen („Zusammenfassung für den Laien“ beziehungsweise „Plain Language Summaries“).

Was sind Plain Language Summaries (PLS)?
Plain Language Summaries, kurz „PLS“ genannt, sind allgemeinverständliche Kurzbeschreibungen klinischer Studien. Sie informieren Personen mit durchschnittlichem Bildungsgrad in vereinfachter Form über die Ergebnisse und Erkenntnisse klinischer Studien.

Komplexe wissenschaftliche Sachverhalte
Wie können Wissenschaftler, die mit einer klinischen Studie beauftragt sind, am wirkungsvollsten mit der breiten Öffentlichkeit kommunizieren? PLS sind genau für ein solches Zielpublikum bestimmt. Deshalb sollten sie in einfacher Alltagssprache abgefasst werden und sich an durchschnittlich gebildete Menschen richten.

Doch wirkungsvolle Kommunikation ist weit mehr, als nur den Kenntnisstand zu berücksichtigen und die Inhalte entsprechend anzupassen. Wissenschaftler, die PLS erstellen, müssen eine Unzahl von Leitfäden sowie „Dos and Don’ts“ (Empfehlungen) im Auge behalten.

Beim Erstellen von PLS …

… sollten Sie … („DO“) … sollten Sie nicht … („DONʼT“)
… sicherstellen, dass Inhalt und Darstellung an die Sprache, den Stil und den Kenntnisstand von Laien angepasst sind. Setzen Sie visuelle Hilfsmittel wie Leerräume oder Grafiken ein, insofern diese die Kommunikation mit der Zielgruppe verbessern. … davon ausgehen, dass die Zielgruppe irgendetwas über die klinische Studie, medizinische Fachbegriffe oder die klinische Forschung im Allgemeinen weiß.
… Informationen sachlich und neutral präsentieren – zum Beispiel: „Bei Studienteilnehmern, die Medikament A einnahmen, traten weniger Fälle von Unterzuckerung (Hypoglykämie) auf als bei Teilnehmern, denen Medikament B verabreicht wurde.“ … in einen Marketingjargon verfallen und übertrieben positiv formulieren – zum Beispiel: „Medikament A wirkt besser als Medikament B.“
… einfache Wörter und unzweideutige Alltagssprache verwenden – zum Beispiel: „hoher Blutdruck“ statt „Hypertonie“ und „einnehmen“ anstelle von „anwenden“. … komplexe medizinische oder technische Fachbegriffe verwenden, außer Sie erklären diese in einfacher Sprache. Ebenso wenig sollten Sie wissenschaftlichen Jargon verwenden, der missverstanden werden oder den Leser verwirren könnte – zum Beispiel: „signifikant“ oder „akut“.
… numerische Angaben in absoluten, ganzen Zahlen ohne Dezimalstellen vorlegen oder als Prozentsätze. … numerische Angaben als Wahrscheinlichkeitsraten oder relative Risiken angeben.
… in kurzen, einfachen Sätzen schreiben und Nebensätze vermeiden. … mehrsilbige Wörter (z. B. „unvorhergesehen“) oder Schachtelsätze verwenden.
… Aktivsätze verwenden, in denen das Subjekt die Handlung durchführt – zum Beispiel: „Die Forscher untersuchten, wie sich das Medikament auf die Zuckerkrankheit auswirkt.“ … Passivkonstruktionen verwenden, in denen die Aktion auf das Subjekt einwirkt – zum Beispiel: „Die Auswirkungen des Medikaments auf die Zuckerkrankheit wurden von den Forschern untersucht.“
… sich respektvoll ausdrücken, um zu vermeiden, dass die Studienteilnehmer zu Opfern abgestempelt werden – zum Beispiel: „Patienten, die mit Demenz leben“. … den Patienten zu einem Opfer abstempeln, indem Sie Wörter wie „Leidender“
oder „Demenzkranker“ gebrauchen.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie die Ergebnisse klinischer Studien allgemeinverständlich kommunizieren?

Hier geht es zum Download unseres Whitepapers (auf Englisch): „Successfully Authoring and Translating Plain Language Summaries“ (Tipps und Tricks für das Erstellen und Übersetzen von Plain Language Summaries).